Olaf Broekmans: „Künstliche Intelligenz im Praxiseinsatz“

Moers | 16. Dezember 2025 | Dr. Reimund Goebel
vlnr.: Dieter Themann, Olaf Broekmans | Philipp Müller

Präsident Dieter Themann begrüßte die Anwesenden und stellte gleichzeitig den Referenten des Abends, Olaf Broekmans, vor: Olaf Broekmans hat Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsinformatik studiert und ist seit 1993 in der Softwarebranche in verschiedenen Funktionen unterwegs. Seit nunmehr 25 Jahren ist er Geschäftsführer der Milestone Consult GmbH & Co. KG, war aber auch schon in deren Vorgängergesellschaft in leitender Position. Seit ihrer Gründung hat sich die Milestone Consult als mittelständisches Beratungshaus konsequent der Digitalisierung von Geschäftsprozessen verschrieben. Das Haus ist spezialisiert auf die Konzeption, Umsetzung und den Support innovativer Lösungen aus den Bereichen Softwareentwicklung sowie Business Intelligence: unter Verwendung der besten am Markt befindlichen Standard Tools, bei einer Verpflichtung zu Qualität. 


Nach einer kurzen Vorstellung seines Unternehmens definierte Herr Broekmans, was unter „Künstlicher Intelligenz“ zu verstehen ist. Dabei führen Computer Aufgaben aus, die menschliches Denken erfordern. Ziel ist es Muster zu erkennen und Entscheidungen zu treffen. Beispiele sind Sprachassistenten, Bilderkennungen, Chatbots und Empfehlungen. Die Funktionsweise gleicht dem Gehirn, d.h. es sind neuronale Netze, d.h. riesige Netze von Neuronen, die über Signale an Milliarden von Synapsen kommunizieren bis sie einen Output erzeugen. Im Gegensatz zum Gehirn sind die Signale nicht biologisch, chemisch, sondern elektronisch, mathematisch. Während das Gehirn schnell und energieeffizient arbeitet, ist die KI rechenintensiv und benötigt extrem viel Energie. Das Gehirn arbeitet kreativ und intuitiv mit ca. 86 Mrd. Neuronen, die KI logisch und datenbasiert mit ca. 175 Mrd. künstliche Neuronen. Gelernt wird in beiden Fällen durch Wiederholung und Anpassung. Unterschieden werden kann zwischen einer prädiktiven KI (Autonomes Fahren, Lagermanagement oder auch Tumorerkennung) und generative, bild- oder sprachbasierte KI (ChatGPT).

Herr Broekmans veranschaulichte die KI durch ein praktisches Beispiel, indem er der KI ein Bild mit verschiedensten, dicht gedrängten Lebensmitteln vorgab und die Aufgabe stellte, daraus ein festliches Dreigang-Menü zu erstellen. Das Ergebnis erzeugte Lust auf das Essen. Laut einer Studie von McKinsey ist KI der Schlüssel zur Fachkräftesicherung und Produktivitätssteigerung in Deutschland. Die Analyse macht deutlich, dass Investitionen in KI notwendig sind, um dem stagnierenden Wirtschaftswachstum entgegenzuwirken. 
Im Folgenden stellte Herr Broekmans diverse Beispiele des Einsatzes von KI Chatbots im Kundeneinsatz vor, etwa bei Henkel, wo anhand z.B. eines virtuellen KI-Chatbots alle Fragen zu deren Haarfärbemitteln oder Waschmittel beantwortet werden. Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist das interne Wissensmanagement, um Unternehmenswissen zu erhalten. Als Beispiele hierzu führte er etwa die Entscheidungsunterstützung bei der Vergabe von Unterstützungsleistungen bei der LWV Hessen durch Bereitstellung der aktuellen Rechts- und Richtlinienvorgaben oder die Fehleranalyse bei einer regionalen Bank an. 

Während Chatbots nur einen kleinen Teil der KI-Möglichkeiten abbilden, bietet die Datenanalyse und Ausführung von Unterstützungsfunktionen (Agentic AI) ungeahnte Möglichkeiten. 
Des Weiteren stellte Herr Broekmans die EU Regularien zur Anwendung von KI (AI Act) dar, die risikoorientiert die Grenzen der KI Anwendung aufzeigen. Verboten ist etwa ein Social Scoring von Behörden, der Einsatz von manipulativer oder täuschender KI und die Echtzeit-Gesichtserkennung im öffentlichen Raum. In der Regel ist es Pflicht, dass der Einsatz von KI erkennbar sein muss (Transparenz). Es gibt bestimmte Anforderungen an die Datenqualität und Dokumentationspflichten. Für viele Hochrisiko-KI-Systeme ist eine CE-Kennzeichnung erforderlich. 

Abschließend gab Herr Broekmans noch einige Empfehlungen zu KI-Projekten in Unternehmen und wies darauf hin, dass sich die KI mit einer rasanten Geschwindigkeit weiterentwickelt. Nachteil ist allerdings der erforderliche hohe Energieeinsatz, der die großen Player bereits zu den Überlegungen bringt, in eigene Kraftwerke zu investieren. 


Präsident Dieter Themann dankte dem Referenten für seinen hochspannenden und kurzweiligen Vortrag.