Engagement, Gemeinschaft und Verantwortung – Einblicke von Kris Stasik in die christliche Jugendarbeit auf Ameland

Moers | 20. Juli 2026 | Philipp Müller
v.l.n.r Präsident Reik van Leersum, Kris Stasik | Philipp Müller

Präsident Reik van Leersum begrüßte die Mitglieder des Lions Clubs Moers sowie den Referenten des Abends, Kris Stasik, der zum Thema „Christliche Jugendarbeit im Bistum Münster am konkreten Beispiel einer Kinder- und Jugendfreizeit“ referierte.

Kris Stasik lebt in Neukirchen-Vluyn, studierte General Management in Witten/Herdecke und Bozen und ist beruflich als Consultant bei der Vodafone GmbH tätig. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagiert er sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Kirchengemeinde St. Quirinus, insbesondere in der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) Quirinus Neukirchen als Pfarr- und Lagerleitung. Derzeit absolviert er zudem eine Ausbildung zum Diakon.

Anhand der traditionellen Sommerfreizeit auf der niederländischen Insel Ameland vermittelte Stasik eindrucksvoll, welchen Stellenwert Kinder- und Jugendarbeit für die persönliche Entwicklung junger Menschen hat. Jedes Jahr verbringen rund 70 Kinder im Alter von acht bis fünfzehn Jahren gemeinsam mit 15 bis 25 ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern zwei Wochen auf der Insel. Ziel der Freizeit ist es, Gemeinschaft zu erleben, Verantwortung zu übernehmen und füreinander da zu sein. Die dabei entstehenden Erfahrungen prägen viele Kinder nachhaltig und werden von Eltern regelmäßig positiv hervorgehoben.

Der Referent erläuterte auch die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen einer solchen Freizeit. Finanziert werden diese durch Teilnehmerbeiträge, Spenden und Zuschüsse. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, auch Kindern aus finanziell benachteiligten Familien die Teilnahme zu ermöglichen. Ohne das Engagement zahlreicher Unterstützer und die ehrenamtliche Arbeit der Betreuerinnen und Betreuer wäre dies nicht realisierbar.

Besonders interessant war der Blick auf die lange Tradition der Ameland-Freizeiten am Niederrhein. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts organisierte der Geistliche Edmund Janssen die ersten Fahrten auf die Insel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tradition wieder aufgenommen und entwickelte sich zu einer der größten und erfolgreichsten Ferienfreizeitbewegungen der Region.

Heute ermöglicht das Ferienwerk Ameland jährlich Tausenden Kindern unvergessliche Ferienerlebnisse. Allein im Jahr 2025 nahmen rund 7.000 Kinder an 110 Ferienlagern teil, begleitet von etwa 2.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Insgesamt organisierte das Bistum Münster im selben Jahr Freizeiten für rund 19.500 Kinder mit Unterstützung von etwa 5.000 Ehrenamtlichen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war die Bedeutung des Ehrenamts. Stasik machte deutlich, dass alle Betreuer umfangreiche Präventions-, Hygiene- und Schulungsmaßnahmen absolvieren und einen erheblichen Teil ihrer Freizeit in die Vorbereitung investieren. Gleichzeitig beobachtet er einen spürbaren Rückgang ehrenamtlichen Engagements in vielen Bereichen der Gesellschaft. Mit seinem Vortrag wollte er deshalb auch dazu ermutigen, sich weiterhin für andere Menschen einzusetzen. Die positiven Erfahrungen und Rückmeldungen seien ein wertvoller Lohn für diesen Einsatz.

Präsident Reik van Leersum bedankte sich herzlich bei Kris Stasik für den engagierten und authentischen Vortrag. Die Clubmitglieder erhielten einen beeindruckenden Einblick in die wertvolle Arbeit der kirchlichen Jugendarbeit und das große ehrenamtliche Engagement, das hinter den Ferienfreizeiten auf Ameland steht.