Von der Moerser Industriegeschichte zur modernen Robotik – Stefan Leske berichtet über die Entwicklung von momac

Moers | 26. Oktober 2026 | Philipp Müller
v.l.n.r. Reik van Leersum, Stefan Leske | Philipp Müller

Präsident Reik van Leersum begrüßte die Mitglieder des Lions Clubs Moers zu einemspannenden Gastvortrag von Stefan Leske über die Geschichte und Entwicklung des Unternehmens momac. Einleitend stellte van Leersum seine persönliche Verbindung zum Unternehmen heraus, bei dem sein Vater viele Jahre beschäftigt war.

Stefan Leske, 63 Jahre alt und seit 2024 Mitglied des Grafschafter Lions Clubs, gab den Teilnehmern einen eindrucksvollen Einblick in die über 100-jährige Geschichte eines der traditionsreichsten Unternehmen der Stadt Moers.

Die Moerser Maschinenbau Company, kurz momac, wurde 1919 von Heinrich Kratzgegründet und war zunächst vor allem für den Bergbau und die Stahlindustrie tätig. ImJahr 1955 übernahm die Familie Lau unter der Führung von Katharina Lau die Geschäftsführung. 1966 führte Dr. Werner Leske das Unternehmen weiter, bevor er 1969den Maschinenbaubereich übernahm und den Namen momac etablierte. 1971/72erfolgte der Umzug vom ursprünglichen Standort an der Baerler Straße/Kirchfeld zum heutigen Firmensitz an der Straße Am Schürmannshütt in Moers-Hülsdonk.

Mit Stefan Leske trat 1997 die vierte Generation in die Unternehmensführung ein. Ein wesentliches Ziel war es, die starke Abhängigkeit von der Kohle- und Stahlindustrie zu reduzieren und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Der Schwerpunkt verlagerte sich zunehmend auf die Instandsetzung von Sonder- und Schwermaschinen. Auch von Rückschlägen wusste Leske zu berichten: Der Versuch, ein Unternehmen in Ungarnaufzubauen, erwies sich als nicht erfolgreich und wurde 2002 nach drei Jahren beendet.

In den folgenden Jahren entwickelte sich momac konsequent weiter. 2004 wurde die erste Roboteranlage ausgeliefert, 2015 der Bereich Automatisierung in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert. Seit 2020 konzentriert sich momac verstärkt auf Getriebe, 2024 wurde zudem die Instandsetzung von Hydraulikzylindern ausgebaut.

Heute umfasst die momac-Gruppe die momac Robotics GmbH & Co. KG, die momac Gesellschaft für Maschinenbau GmbH & Co. KG sowie die egm Elektrotechnik GmbH. Rund 95 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auf einem etwa 22.000 Quadratmetergroßen Firmengelände tätig. Die Unternehmensgeschichte verdeutlicht, wie sich ein traditionsreicher Maschinenbaubetrieb durch unternehmerischen Mut, Spezialisierungund kontinuierliche Weiterentwicklung erfolgreich an veränderte Marktbedingungenanpassen kann.

Einen besonderen Schwerpunkt des Vortrags bildete die Zukunft der Robotik. Als wichtige Trends nannte Leske unter anderem künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, neue Einsatzmöglichkeiten für kollaborative Roboter, sogenannte Cobots, digitale Zwillinge, mobile Manipulatoren sowie humanoide Roboter. Anhand von drei Beispielen veranschaulichte er die rasante Entwicklung insbesondere im Bereich der humanoiden Robotik.

Dabei betonte Leske, dass der größte Nutzen nicht zwangsläufig durch eine vollständige Automatisierung entstehe. Entscheidend sei vielmehr das sinnvolle Zusammenspiel von Mensch und Maschine, bei dem die jeweiligen Stärken optimal genutzt werden. Gerade diese Kombination eröffne Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, ihre Prozesse effizienter zu gestalten und sich für die Zukunft aufzustellen.

Präsident Reik van Leersum bedankte sich herzlich bei Stefan Leske für den informativen und kurzweiligen Vortrag. Die Mitglieder des Lions Clubs Moers erhielteneinen spannenden Einblick in die Entwicklung eines bedeutenden Moerser Traditionsunternehmens und in die Chancen, die moderne Robotik für die industrielle Zukunft bietet.